Glaukom

Der Aufbau des Auges ist mit dem einer Kamera zu vergleichen: Beim Sehen fällt Licht durch die Linse und auf die Netzhaut. Dort wird das Bild von Millionen kleinster lichtempfindlicher Nervenzellen aufgenommen und zur Verarbeitung an das Gehirn weitergeleitet. Diese Nervenfasern sammeln sich an der hinteren Seite des Augapfels am Sehnervenkopf (Papille). Hier beginnt der Sehnerv, den man sich wie ein 1,5 mm dickes Kabel zum Gehirn vorstellen kann.

Die Vorderseite des Auges ist durch die normalerweise etwa einen halben Millimeter dicke Hornhaut geschützt. Das Auge selbst ist, anders als die Kamera, kein leerer Raum, sondern mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Dieses Kammerwasser sorgt mit einem gewissen Druck dafür, dass das Auge seine feste Form behält.

Erkrankungen des Sehnervs

Wenn die Nervenfasern im Netzhautbereich geschädigt werden, kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Der fortschreitende Schwund des Sehnerven, der unterschiedliche Ursachen haben kann, wird als Grüner Star (Glaukom) bezeichnet.

Formen des Glaukoms

Grundsätzlich werden zwei Glaukomformen unterschieden, je nachdem, ob der Kammerwinkel offen oder eng ist. In beiden Fällen ist der Abfluss des Kammerwassers gestört. Beim Offenwinkelglaukom ergibt sich eine Abflussstörung durch Veränderungen in der Zellstruktur - etwa vergleichbar mit einem verstopften Sieb. Beim Engwinkelglaukom ist der Winkel durch die Iris verkleinert, so dass das Kammerwasser nur mit gedrosselter Geschwindigkeit abfließen kann. Wenn dieser Winkel sehr eng wird, kann es zu einem vollständigen Abflussstop kommen. Man spricht in diesem Fall vom Winkelblockglaukom. Eine weitere Form ist das Niederdruckglaukom. Es ist gekennzeichnet durch einen normalen Augeninnendruck; trotzdem sind Schäden am Sehnerv aufgetreten, und das Gesichtsfeld ist eingeschränkt.

Therapiemöglichkeiten:

  • Medikamentöse Therapie des Glaukoms

    • drucksenkende Augentropfen
    • drucksenkende Tabletten

  • Lasertherapie des Glaukoms

    • Argon-Laser-Trabekulo-Plastik (ALTP)
      Zur Verbesserung des Kammerwasserabflusses beim Offenwinkelglaukom kann mit dem Argon-Laser der Widerstand des Trabekelwerks herabgesetzt werden. Durch diese Therapie, deren Gewinn zeitlich begrenzt ist, kann die Anwendung von drucksenkenden Augentropfen reduziert oder ersetzt werden.
    • Laser-Iridektomie (Nd:YAG-Laser)
      Zur Erweiterung des Kammerwinkels und zur Prophylaxe eines Glaukomanfalls beim Engwinkelglaukom kann eine Verbindung zwischen hinterer und vorderer Augenkammer geschaffen werden.

  • Operationen für das Glaukom

    • Verödung des Ziliarkörpers
      Zyklophoto- oder Zyklo-Cryo-Koagulation:
      Eine Verödung des Ziliarmuskels und somit eine Drosselung der Kammerwasserproduktion hat eine drucksenkende Wirkung zur Folge.
    • Fistulierende Operationen
      Hierbei wird ein künstliches Ventil im Bereich des Kammerwinkels geschaffen. Ziel dieses Ventils ist es, Kammerwasser dosiert aus dem Inneren des Auges unter die Bindehaut abzugeben, damit es dort aufgenommen wird und dadurch der Augendruck sinkt.
    • Tiefe Sklerektomie und Viskokanalostomie
      Bei diesen Operationsmethoden versuchen wir, einen Hohlraum innerhalb der Augenwand zu schaffen, damit dort das Kammerwasser aufgenommen werden kann. Gleichzeitig werden die Abflusswege vorsichtig gedehnt.
    • Kanaloplastik
      Diese neue Operationsmethode hat sich aus der Viskokanalostomie entwickelt.